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Ausrüstung

Für 3D-Filme braucht man natürlich die gleiche Ausrüstung wie bisher auch, nur manches braucht man dringender, manches braucht man zusätzlich, und manches braucht man doppelt. Hier ein kurzer Überblick:

Kameras

Die wichtigste, und in der Regel auch die teuerste Entscheidung ist die Wahl der Kamera(s). Für 3D-Aufnahmen braucht man natürlich zwei Aufnahmesysteme, die von zwei verschiedenen Standpunkten aus die Szene aufzeichnen. Das können zwei unabhängige Kameras sein, aber es gibt inzwischen auch fertige "doppeläugige" Stereokameras mit zwei vollständigen Objektiv-Sensor-Einheiten, sowie Vorsatzlinsen für normale Kameras, die zwei Bilder auf einem Chip gequetscht aufzeichnen. Über die jeweiligen Vor- und Nachteile informiert ein eigenes Kapitel.

Zum gleichzeitigen Betrieb zweier Kameras ist zusätzlich ein "LANC-Controller" sinnvoll, das ist eine Art Stereo-Fernbedienung mit der beide Kameras synchron gestartet und bedient werden können. Die drei am häufigsten verwendeten Modelle werden hier vorgestellt.

Stative & Co.

Stative haben beim 3D-Film eine größere Bedeutung als früher, schon allein weil die Kombination zweier Kameras meist schwerer und unhandlicher ausfällt, insbesondere bei Verwendung justierbarer Stereoschienen und erst recht bei Spiegelsystemen. Außerdem gibt es Gründe, bei 3D-Aufnahmen auf die kameraseitigen Bildstabilisatoren zu verzichten, dann ist ein Stativ für ruhige Aufnahmen unerlässlich. Bei bewegter Kamera sollte man bedenken, dass der Zuschauer eine unruhige, schwankende Kamera in 3D wesentlich intensiver erlebt; der Einsatz von Schwebestativen oder Dollys ist hier besonders zu empfehlen - und sei es nur der Leiterwagen oder die Schubkarre, in denen der Kameramann bei der Aufnahmen gezogen wird.

Für Kamerapaare braucht man zusätzlich zum Stativ eine "Stereoschiene", auf der die beiden Kameras nebeneinander montiert werden. Die einfachste Variante besteht aus einem Brett mit zwei Löchern für die üblichen 1/4-Zoll-Kameraschrauben, doch man kann auch dreistellige Summen für feinmechanische Wunderwerke ausgeben, die die Kameras in jeder Richtung exakt drehen und schwenken können... Für den Hobbyfilmer reicht hier in der Regel eine simple Selbstbau-Lösung mit Bauteilen aus dem nächsten Baumarkt.

Für Nah- oder Makro-Aufnahmen muss die Stereobasis sehr klein sein - kleiner als Kamerapaare und auch die meisten kommerziellen Stereokameras zulassen. Dann braucht man eine "Spiegelbox", die das Bild über einen halbdurchlässigen Oberflächenspiegel aufteilt, so dass je eine Kamera hinter und eine über bzw. unter dem Spiegel frei positioniert werden kann.

Mikrofone

Bei 3D-Aufnahmen muss man oft einige Meter Abstand zu den Akteuren vor der Kamera halten, um eine erträgliche Raumwirkung zu erzielen. In der Regel sind die kameraeigenen Mikrofone dann für Dialog-Aufnahmen unbrauchbar, weil zu viel Umgebungsgeräusche mit aufgezeichnet werden. Dann lohnt sich der Einsatz digitaler Rekorder mit eingebauten oder externen Mikrofonen, die man entweder geschickt in der Nähe der Schauspieler versteckt, oder an der selbst gebauten Mikrofonangel unsichtbar über der Szene schweben lässt.

Klappe

So übertrieben es vielleicht auf den ersten Blick wirkt: eine einfache Filmklappe leistet bei 3D-Aufnahmen gleich mehrfach gute Dienste! Denn wenn man zwei Video- und evtl. auch noch eine Audio-Aufnahme synchronisieren soll, dann ist eine optische und akkustische Markierung am Clipanfang äußerst hilfreich; und gerade wenn eine Szene mehrfach aufgenommen werden musste, z.B. weil schon wieder ein Schaulustiger ins Bild gelaufen ist, ist man beim Schneiden für eine Ansage wie "Szene 5, dritter Versuch" dankbar. Bei weniger aufwändigen Aufnahmen reicht natürlich auch ein einfaches Fingerschnippen vor der Kamera, oder ein dezentes Blinken einer kleinen LED-Lampe, um ein Referenzbild für die Synchronisierung zu markieren. Und bei kommerziellen Stereokameras ist die Synchronisierung eh unkritisch.

Licht, etc. ...

Natürlich kann man noch beliebig viel Geld in weitere Ausstattung investieren, vom Reportage-Mikrofon bis hin zum Aufstecklicht. Hier ergeben sich durch die 3D-Techni aber in der Regel keine zusätzlichen Anforderungen, daher verzichte ich auf weitere Ausführungen.

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